Kippekiller hat geschrieben:Wie ich schon gesagt habe steht ein gewählter Politiker seinen Wählern gegenüber in der Pflicht, sonst wird er nicht wieder gewählt.
Das Gesundheitssystem, Freiheit der Wohnungs- und Berufswahl, Schulpflicht, eine brauchbare Infrastruktur, sind alles Auswüchse dieses Regierungssystems in welchem wir leben (müssen).
Die Infrastruktur zum Beispiel ist kein Auswuchs dieses Regierungssystems. Unter wem z.B. die Autobahnen gebaut wurden wissen wir alle. Die Eisenbahn gab's auch schon vorher. Und die ist mittlerweile privatisiert. Die Freiheit der Wohnungs- und Berufswahl ist mir von Natur aus gegeben, ich finde nicht dass ich mich jetzt in Dankbarkeit ergehen muss weil mir der Staat diese nicht aberkennt. Das Gesundheitssystem, die Schulpflicht und die Infrastruktur bedienen im übrigen auch wirtschaftliche Interessen und sind nicht bloßer Dienst am Menschen.
Kippekiller hat geschrieben:Durch Lobbyismus sind die Personen welche an der Spitze von Wirtschaft und Politik stehen immer die gleichen. Und sie handeln zu ihrem eigenen Besten statt zum Besten für die Bevölkerung.
Eben, warum also wählen?
Kippekiller hat geschrieben:Aufgrund dieser Tatsache fehlt mir das Vertrauen in eine anarchische Gesellschaftsstruktur, der Mensch ist nunmal ein Raubtier und ohne einen Käfig geht er wildern.
Das soll nicht heissen dass es keine Menschen gibt es besser wissen und könnten, jedoch sind es einfach zu wenige.
Diese Wenigen stünden meines Erachtens nach umso mehr in der Pflicht sich zu engagieren und mit gutem Beispiel voran zu gehen statt nur quer zu schießen und sich ihrer Verantwortung zu entziehen.
Engagement find ich prima, aber im Urnengang kann ich keines erkennen. Vielmehr hält die Selbstzufriedenheit die dieser mit sich bringt die Menschen vom eigentlichen Engagement ab.
Kippekiller hat geschrieben:Wenn der Druck der Wiederwahl fehlte bzw. aufgrund mangelnder Wahlbeteiligung das Ergebnis schon vorher absehbar wäre gäbe es keinen Grund mehr für die regierende "Kaste" sich zumindest in Teilen ihres Handelns nach den Bedürfnissen der Bevölkerung zu richten.
Stichworte Mindestlohn, Studiengebühren, Grundschulen, Kindergärten, öffentlicher Nahverkehr, Privatisierungen sonstiger ehemaliger Staatsbetriebe.
Dass sicher der Wähler damit zufreiden gibt, dass sich die Regierenden „zumindest in Teilen ihres Handelns“ an seinen Bedürftnissen orientieren, ist mir unerklärlich.
Zudem wird dass Wahlergebnis mit sinkender Anzahl von Wählern nicht vorhersehbarer. Und wen interessiert es schon wer zum Schluss die Regierung stellt. Die Parteien die infrage kommen, unterscheiden sich doch nur pro forma um dem Pöbel das Gefühl zu geben er hätte gewählt. Die können machen was sie wollen. Dafür sorgt auch ein Medienapparat dem am Erhalt des Status Quo einiges zu liegen scheint. Da wird Propaganda betrieben, subtiler zwar als man es von totalitären Staaten kennt, aber es ist kaum zu leugnen dass vorgefertigte Meinungen verkauft werden und unter dieser Bedingung ist eine „freie Wahl“ im eigentlichen Sinne ohnehin nicht drin.
Dir scheint es ja anscheinend gut genug zu gehen im System in dem wir leben, aber meine Zukunftsaussichten sind relativ düster. Ich war lange über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt und habe einige Leute kennen gelernt deren Schicksale Aufschluss darüber geben wie grobmaschig unser soziales Netz eigentlich ist. Klar, verhungern muss keiner, JUHU! Aber jemandem der keinen Zahn mehr in der Fresse hat, dessen Familienleben an der Arbeit im Schichtbetrieb kaputt geht, und der weiß dass er komplett ohne Arbeit dasteht sobald im sein Auto vollends unterm Arsch wegrostet, weil er kein Geld für ein neues Auto auf die Seite bringt, obwohl er 48 Stunden die Woche buckelt, für den klingt es halt wie blanker Hohn wenn man ihm sagt er solle sich mit einem Kreuz auf einem Stimmzettel bedanken für die reichhaltigen Früchte die ihm unser System dargereicht hat.